Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (I17)
Technische Universität München
Boltzmannstr. 3
85748 Garching

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Kinderheilkunde III, Abteilung Onkologie, Hämatologie, Immunologie, OnkoKids Online
Im Neuenheimer Feld 153
69120 Heidelberg

Kurzbeschreibung

OnkoConnect ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, der Universitätskinderklinik Heidelberg, Abteilung für pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie sowie den Onkokids Heidelberg.

In OnkoConnect wird erforscht, welche Unterstützungspotentiale mobile Informationssysteme für krebskranke Jugendliche bieten, wie durch den Einsatz von Technik die Krankheitsbewältigung begünstigt werden kann und somit langfristig zu einer Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen beiträgt. Konkrete Ziele des Projekts sind daher, krebskranken Jugendlichen während Behandlung und Nachsorge die Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld zu erleichtern, die Zusammenarbeit mit den medizinischen Leistungserbringern zu fördern, die Selbstorganisation zu optimieren und die Übernahme von Eigenverantwortung bei den Patienten zu erhöhen.

Nach einer ersten Analyse der Situation jugendlicher Krebspatienten wurden diese in der ersten Feldphase mit mobilen Endgeräten (Smartphones) ausgestattet, die über Standardsoftware die Verwaltung von Terminen und Aufgaben, das Führen eines Krankheitstagebuchs und Zugriff auf verschiedene Informations- und Kommunikationsdienste wie Mail, Chat und Web ermöglichte. Aufbauend auf den ermittelten Anforderungen und Erfahrungen dieser ersten Projektphase wurde in enger Abstimmung mit Patienten und Klinikmitarbeitern ein mobiles Patientenassistenzsystem (MPAS) konzipiert, umgesetzt und im Feldeinsatz erprobt. Form und Inhalte wurden speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe krebskranke Jugendliche abgestimmt. Das MPAS erinnert die Patienten über deren mobile Endgeräte beispielsweise an die Einnahme ihrer Medikamente, fordert sie auf, mittels Fragebögen täglich Protokoll über ihren Gesundheitszustand zu führen und ermöglicht ihnen, sich einen Überblick über den Verlauf ihrer Krankheit zu verschaffen. Den Klinikmitarbeitern stehen über die im MPAS erfassten Patienteninformationen verlässlichere und validere Daten zur Auswertung und zur Weiterverwendung für medizinische Studien zur Verfügung. Darüberhinaus werden bei der Verwaltung von z.B. Medikamentenplänen Fehlerquoten reduziert. Das Feedback der Testeilnehmer wird kontinuierlich aufgenommen und fließt in die Weiterentwicklung des Systems ein.

Nach bisher insgesamt ca. 18 Monaten Forschungsarbeit ist eine sehr positive Resonanz bei allen teilnehmenden Gruppen zu verbuchen, es zeichnet sich ab, dass mobile Informationssysteme geeignet sind, die Situation der Patienten zu verbessern. Die empirische Fundierung der Ergebnisse erlaubt die Ableitung von vielversprechenden konkreten Gestaltungsvorschlägen für den zukünftigen Einsatz von mobilen Informationssystemen für bestimmte Patientengruppen.